Mamaliebe: Kostbare Momente und schöne Erinnerungen mit meinem Kind

Woran ich mich (nicht) erinnern werde - Ein Brief zum zweiten Geburtstag an mein Kleinkind

Herbstlaub auf grünem Rasen als Zeichen der Vergänglichkeit. Von Jahreszeiten und der Zeit.
Vergänglich wie das Herbstlaub: Die Zeit, in der wir unsere Kinder bei ihren Abenteuern stets begleiten dürfen.

 

Lieber Junior,

 

die schönen Bücher über dich und deine Fähigkeiten verstauben noch immer in der Ecke des Bücherregals. Dein Zuhause ist noch immer nicht das aus dem schicken Wohnmagazin. Und deine Mama scheint irgendwie noch immer viel weniger Zeit in ihr Erscheinungsbild zu investieren als die Mama aus dem Werbekatalog, den du so gern zerreißt.  

 

Vielleicht ist dir sogar schon aufgefallen, dass du zu selten gebadet wirst? Und nicht täglich frisches Gemüse auf unseren Tellern landet? Dass die Mama das mit dem Pünktlichsein ziemlich schwer findet? Und manchmal so komische Wörter benutzt, wenn sie sich aufregt?

 

Warum sie die dann irgendwie sofort und leicht panisch gegen andere ersetzt ist dir ein Rätsel. Dabei besteht diese Welt doch auch so schon aus jeder Menge davon. Und mit deinen großen Augen und kleinen Füßen machst du dich jeden Tag auf, um sie alle zu lösen. "Alleine" versteht sich. 

 

Und ich? Ich freue mich über jeden Moment, an dem ich dich bei deinen Abenteuern begleiten darf. Seit deinem ersten Geburtstag verflog die Zeit. Auch durch all das, was du in den vergangenen 365 Tagen gelernt hast. Vom ersten Wort bis zum ersten langersehnten Schritt mit 19 Monaten.

 

Das letzte Mal krabbeln, zum letzten Mal wickeln, der erst gestern verstrichene letzte Tag meiner Elternzeit ... Es sind diese, im Moment selbst oft unbewussten, letzten Male, die es deutlich machen. 

 

Der erste Tag in der Kita, zum ersten Mal vor Wut durchs Bett rollen, erstmals "Mama, geh weg!" hören ... Es sind diese, im Moment selbst genau wahrgenommenen, ersten Male, die es deutlich machen. 

 

Deutlich, wie die Zeit vergeht.

 

Es ist so leicht, sich in all den Pflichten und Alltagssorgen zu verlieren. Und damit auch den Blick für das Wesentliche. Was das ist? Das bist du. Und Papa. Und ich auch. An jedem Tag wächst du. An jedem Tag wachsen wir als Familie. Wie oft schiele ich auf ein bestimmtes Ereignis, bereite etwas vor oder nach? Und verpasse dabei das Jetzt. Wie oft ärgere ich mich über meine wahren aber auch vermeintlichen Makel und Fehler? Wie oft jage ich trotz aller Vorsätze noch der Mama-Perfektion hinterher? 

 

Dabei zeigst du mir jeden Tag wie das geht. Mit der Leichtigkeit und dem Leben im Jetzt. Nicht nur dafür bin ich dir unendlich dankbar.

 

Was ist Neugierde?

 

Du ermöglichst mir längst vergessene Einblicke. Mir dir entdecke all die Wunder und Wunderlichkeiten unserer (Um-)Welt neu.

 

Was ist Beharrlichkeit?

 

Durch dich lerne ich für das, was mir wichtig ist zu kämpfen. So wie du es ja auch machst.

 

Was ist Reflexion?

 

Und verstehe meine Persönlichkeit ganz anders, wenn ich mich in deinem Verhalten erkenne. 

 

An jedem Tag wächst du. An jedem Tag begegnest du Eltern, die nicht perfekt sind. Einer Mama, die dir Herausforderungen zumutet und dir schwere Tage nicht abnehmen kann. An jedem Tag ließe sich ein Grund finden, zu hadern. Denn es wird ihn niemals geben, diesen magischen, makellosen Tag. Den gibt es nur im Werbekatalog. 

 

Eines Tages werde ich alt sein. Zurückblicken auf das, was hinter mir liegt. Werde ich mich dann an das ungeputzte Bad erinnern? Oder an die Tage, an denen ich es nicht geschafft habe frisch zu kochen? Werde ich mich über meinen weichen Bauch mitsamt seiner Speckrolle erinnern? An die, meiner Meinung nach, fünf Kilo zu viel? Werde ich mich auch in 50 Jahren noch darüber ärgern, dass du den Teppich mit Milch "gegossen" hast? Oder mich fürs Fluchen vor dir verfluchen? Nein. An all das werde ich mich nicht erinnern.

 

Was mir im Gedächtnis bleibt sind die vielen Kuschelstunden im Bett. Deine aufgeregten Erzählungen darüber, was dich beschäftigt. Deine Kreativität und pure Lebensfreude. Deine Begeisterung und Willensstärke. Unsere gemeinsamen Momente mit all den Menschen, die mir heute am Herzen liegen und den Weg in deines meist längst gefunden haben. Erinnern werde ich mich an ein glückliches, gern quasselndes (Wie war das mit dem Wiedererkennen seiner selbst im Kind?) und langsam nach Autonomie strebendes Kleinkind. 

 

Glück bemisst sich nicht an der Zahl an Euros auf dem Konto (auch wenn eine hohe Summe wohl manchmal von Vorteil ist), der Exklusivität der Möbel (wobei ja niemand etwas gegen schöne Möbel hat) oder Mamas "Insta"-Tauglichkeit (als Ego-Streichler heutzutage jedoch nicht zu unterschätzen).

 

Glücklich sind die, die geliebt werden und selbst lieben. 

 

Dankbar dafür, dir seit zwei Jahren jede Menge Liebe schenken zu dürfen & von dir zu empfangen, 

 

wünsche ich dir heute von Herzen alles Gute zu deinem zweiten Geburtstag.

 

In Liebe, 

 

deine Mama

 

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Was für eine Entwicklung mit 15 Monaten: Abschied vom Baby, Hallo Kleinkind! - Teil 2

Kleinkind, 15 Monate alt, spielt gern mit Laptop, Telefon und Kabeln.
Kleinkind Junior ahmt vieles nach, was Papa Junior und ich im alltäglich machen. Sein Faible für Laptop, Smartphones und Kabel sorgt immer wieder für lustige Momente im Eltern-Leben.

 

Nach 15 1/2 Monaten musste wohl auch ich es mir langsam vor vier Wochen eingestehen: Junior ist kein Baby mehr. Sondern ein richtiges Kleinkind. Er läuft zwar noch nicht allein durch die Gegend. Doch in wenigen Wochen wird wohl auch das Krabbeln, als letztes babyhaftes Relikt, der Vergangenheit angehören.

 

Irgendwie bin ich hin- und hergerissen zwischen Freude und Trauer. Freude über Juniors Entwicklung und Fortschritte. Trauer, da ich mich im Rückblick natürlich viel intensiver an die schönen Momente der Babyzeit erinnere.

 

Zu diesem Gefühlschaos gesellt sich dann noch diese Gewissheit: Da kommt etwas auf mich zu. Etwas, was mich häufiger an meine Grenzen bringen wird. Mich wachsen lässt. Und mein Mama-Leben noch bunter und bereichernder macht. Darf ich vorstellen? Junior - mein gefühls- und willensstarkes Kleinkind. In den letzten Tagen zeigte sich die ganze Bandbreite von Juniors Gefühlen und neu erworbenen Fähigkeiten. Jedoch auch meine derzeitige Dünnhäutigkeit in einigen Situationen sowie mein tägliches Lernen als Mama eines Kleinkindes in anderen.

 

Im ersten Teil ging es um einen übellaunigen Junior und meinen nicht unbedingt souveränen Umgang damit. Doch der enorme Entwicklungssprung, den Junior da vor ein paar Wochen durchlief, sorgte auch für einige schöne und lustige Erlebnisse. Und auf die will ich mich dann in diesem zweiten Teil rund um die Entwicklung meines Kleinkindes mit 15 Monaten konzentrieren.

 

Episode 2: Mund auf, Mama! Oder: Ab jetzt hat Junior hier das Sagen

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Mama bleibt für dich wach oder: Die Liebe wächst auch in schweren Momenten

Grafik zum Pinnen auf Pinterest oder Teilen auf facebook zu anstrengenden Nächten mit Kleinkind auf Mama-Blog Patschehand.de
Mama ist erschöpft und müde. Doch ihrer Liebe, ihrem Schutz und ihrer Geborgenheit kann sich ihr Kind stets gewiss sein. Wenn dir dieser Beitrag gefällt, freue ich mich übers Pinnen und Teilen.

 

Ganz ruhig liegst du da. Atmest leise schniefend ein und aus. Ein und aus. Deine Hand liegt auf meiner Brust. Die Augen geschlossen. Der Tag ist mehr als nur angebrochen. Er hat bereits begonnen. Das erkenne ich daran, dass es hell draußen ist. Welche Stunde schlägt? Ich weiß es nicht. Papa Junior ist jedoch schon fort zur Arbeit. Bleiben du und ich.

Müde bin ich. Sehne mich nach Schlaf. Doch mein Gefühl sagt mir, du bist bald wach. Weiterschlafen lohnt nicht mehr. Was für ein friedlicher Augenblick. Dabei war die Nacht so schwer.

Am Abend schliefst du so schnell ein. Ich freute mich. Könnte es denn nicht immer so sein? Um kurz nach Mitternacht ging es los. Dein kleiner Bauch plagte dich. Du übergabst dich in den nächsten Stunden mehrfach. Hinlegen mit dir - das ging einfach nicht. So blieb ich also wach. Trug und wog dich hin und her. Weinen konntest du nicht mehr. Deine Lider wurden rasch schwer.  Zu erschöpft warst du bereits. Von der elenden Kotzerei.

Als du dich würgend quältest, weinte ich mit dir. Mein Mitleid und meine Sorge verdrängten die gewünschte Kraft. Doch was zählt ist, ich war hier. Tröstete dich in dieser Nacht.

Nun schliefst du also aufrecht in meinen Armen. Auf dem Sofa mit dir sitzend, wippte ich auf und ab. Die Minuten vergingen. Mama, bleib wach!  In meinen Ohren wachhaltendes Singen.

Papa Junior brachte mir, was ich brauchte für diese Stunden mit dir. Musik, Wasser und mein Kissen. Zuspruch hat es auch sein müssen. Wie lächerlich erscheint nun, was Papa Junior und mich entzweit. Dieser ganze dumme Streit. Über Haushalt, Schlaf und wer mehr macht. Es knirscht und kracht.

Innig kuschelnd verbringen wir die Nacht. Ich streichel dich sacht. Du tankst neue Kraft. Willst endlich wieder stillen. Geht es bereits bergauf? Wie schön!

Wir ziehen um in unser Familienbett. Liegen Kopf an Kopf. Halten uns fest. Die Dämmerung kündigt das Ende der Nacht an. Doch das nehme ich nur am Rande wahr. Wie du duftest - wunderbar.

Ein kalter Morgen Anfang Dezember. Und doch spüre ich so viel Wärme. Du wachst auf und lächelst. Sagst "Mama" ganz auf deine Art. Zu Tränen gerührt beginnt mein Tag. Voller Liebe. Mit einem noch stärkeren Band.

Es ist dieses Gefühl, dass du es weißt: Meine Liebe trägt dich durch die Nacht. Egal wie kalt. Meinen Schutz wirst du immer genießen. Egal wie alt. Meine Geborgenheit wird dir immer ein Zuhause bieten. Egal wie laut die Welt um uns  schallt.

In Liebe,

deine Mama 

 

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Mit dir zog die Liebe ein - Ein Brief zum ersten Geburtstag an mein (Nicht-Mehr-)Baby

Mama-Blog patschehand.de: Juniors Hände beim Schlafen an Mamas Bein
Auch mit einem Jahr schläft Junior am liebsten in meiner Nähe. Ich sollte das wohl genießen. Denn es bleibt sicher nicht für immer so kuschlig.

 

Lieber Junior,

 

soll ich dir verraten, warum Mama heute etwas neben der Spur ist? So nah am Wasser gebaut? Und die Wohnung so aufgeräumt und sauber? Und das Essen einen kleinen Tick aufwendiger als üblich?

 

Möchtest du wissen, warum Mama heute ihr Haar offen (statt des Mama-Dutts) trägt, unpraktische Kleidung bereit legte, um dann etwas gehetzt doch den Großteil des Tages in Leggings und Stillshirt und ohne Make-Up zu verbringen (auch heute musste wie üblich die Tagescreme reichen)?

 

Fragst du dich, warum Papa heute früher als üblich nach Hause kam? Und dich mit einem noch größerem Lächeln als sonst begrüßt hat? Wieso du heute ständig (fast so oft wie in den ersten Tagen deines Lebens) fotografiert wirst?

 

Ist es dir ein Rätsel, warum wir in das bunte tolle Papier, das an Spannung einfach durch nichts zu überbieten ist, Sachen gewickelt haben? Und dich ganz gebannt beäugten, als du das gefüllte Papier dann endlich in deinen Händen hieltst? 

 

Als wäre das alles nicht schon merkwürdig genug, ertönt heute auch noch so oft dieses laute Geräusch. Das, was sonst immer kommt, wenn du gerade eingeschlafen bist und dich dann so erschreckt. Ein paar Augenblicke später ist es dann immer etwas enger im Flur. Und lauter in der gesamten Wohnung ...

 

Sind sich Paketboten eigentlich darüber im Klaren, dass sie mit einem (Klingel-)Knopfdruck die gesamte Tagesplanung einer Mutter durcheinander wirbeln können? Aber das ist ein anderes Thema. Und heute ist so viel los, da will ich nicht abschweifen.

 

Heute klingelt es jedenfalls aus einem anderen Grund. Nach und nach trudelt der Besuch ein. Alle wollen dich sehen. Es war gar nicht so leicht, einem Großteil der Verwandten und Freunde mitzuteilen, dass Papa und ich  keine Lust auf so viel Besuch haben. (Vielleicht geht es dir ja auch so? Aber das ist ehrlich gesagt geraten.)

 

Vielleicht wunderst  du dich allerdings auch darüber, dass die, die gekommen sind immer wieder das Gleiche sagen? "Weißt du noch, ..." und der in so vielen Situationen passende Klassiker "Ach, wie schnell die Zeit vergeht." gehören an einem Tag wie heute eben einfach dazu. So wie viel zu viel Essen zu Weihnachten und gute Vorsätze, die nach spätestens drei Wochen vergessen sind, zu Neujahr.

 

Was ist heute nur los? Ich verrate es dir: Heute ist dein Geburtstag. Aber es nicht nur ein Geburtstag. Es ist dein erster. Offiziell bist du nun kein Baby mehr. Du bist jetzt ein Kleinkind. Als deine Mama habe ich da natürlich meine ganz eigene Meinung zu. Selbstverständlich bist du noch ein Baby. Mein Baby.

 

Ich muss schon zugeben, dass du dich in den vergangenen Monaten mit jeder neu erlernten Fertigkeit in Richtung Kleinkind bewegt hast. Auch dein Aussehen ist durch mehr Haare (aber vergleichsweise noch immer wenig), niedliche Zähnchen (mit denen du aber auch gut zubeißen kannst, wie ich schmerzhaft erfahren musste) und deine Körpergröße nicht mehr allzu babyhaft.

 

Als du dich das erste Mal selbstständig hingesetzt hast, wirktest du mit einem Mal so groß auf mich. Immer wenn dich jemand anderes auf dem Arm trägt (außer Papa Junior, denn das sehe ich ja täglich), fällt mir auf wie rasant du gewachsen bist. Und trotzdem: Erst wenn du laufen kannst, werde ich dich wohl nicht mehr als mein kleines Baby ansehen.

 

Wie ich schon vor einem halben Jahr in meinem ersten Brief an dich schrieb, empfand ich den Start in mein neues Leben mit dir weder als rosarot noch als leicht. Zu viele Sorgen und Ängste und obendrauf mein Perfektionismus machten mir die ersten Wochen als Mama schwer. 

 

Doch nach und nach wurden die Sorgen weniger und ich lernte, die vielen schönen Momente wahrzunehmen. Meine Rolle als Mutter anzunehmen und zu akzeptieren, dass das Leben nicht wie vorher, nur eben mit Baby, ist (das dachte ich tatsächlich vor deiner Geburt). Sondern ganz anders. Aber auch auf eine bisher nie gekannte Weise schön. Dabei mochte ich auch mein Leben vor dir sehr gern. 

 

Die letzten sechs Monate vergingen gefühlt so viel schneller als unser erstes gemeinsames Halbjahr. Der erste Sommer deines Lebens liegt schon wieder hinter uns (wobei manche nun sagen würden, dass der Sommer 2017 diesen Namen nicht verdient hat). Nun beginnt wieder die Zeit, in der ich dir so viele Schichten anziehen muss. Wobei du das doch überhaupt nicht magst. Vor allem wenn du müde bist. 

 

Und nicht nur beim Anziehen kommt immer häufiger dein eigener Wille und Charakter zum Vorschein. Du kannst immer deutlicher zeigen, was dir Freude macht (Lampen und Bälle sind derzeit das Größte für dich) und was nicht (anziehen, Mützen auf deinem Köpfchen und laute Geräusche). Wenn du mir mit deinen kleinen Fingern und einem fröhlich-aufgeregten "Da!" zeigst, was dich interessiert oder lachst, macht mein Herz kleine Freudensprünge. Wenn du dich unwohl fühlst und weinst, dann leide ich mit dir. 

 

Mein Gespür für das, was dir gut tut ist ziemlich ausgeprägt. Und weißt du was das Schöne daran ist? Für mich gilt: Wenn es dir gut geht, geht es auch mir gut. 

 

Auf deine Bedürfnisse einzugehen ist für mich kein Akt der Selbstaufgabe. Das Stillen, gemeinsame Schlafen im Familienbett und, je nach deiner UND meiner Tagesform, Tragen im Bondolino erleichtern meinen Alltag enorm (das gilt übrigens auch für unsere breifreie Beikost und Windelfreiheit, welche ebenfalls kritische Anmerkungen oder Kopfschütteln provozieren). Denn wenn ich etwas noch immer nicht ertragen kann, dann ist es dein weinen oder gar schreien. 

 

Manche Menschen finden es befremdlich, dass wir diesen Weg gehe. Sie sagen, dass ich dir all diese Dinge angewöhnt habe (klar, Mama ist die Schuldige ...). Du wärst doch nun alt genug, um im eigenen Bett zu schlafen und nicht mehr zu stillen. Und diese Tragerei kann ja auch nicht gut für meinen Rücken sein.

 

Und weißt du was? Ich glaube, dass der Großteil dieser Menschen es wirklich gut mit uns meint. Noch immer glauben viele Leute, dass man ein Baby oder kleines Kind ganz schnell verwöhnt und damit verzogen hat. 

 

Kümmert man sich zu liebevoll um euch und geht stets auf eure Bedürfnisse ein, so die Angst, dann erschafft man unselbstständige kleine Tyrannen. Wer will das schon? Manche meinen sicher auch, dass ich nun langsam mal loslassen müsse, da wir sonst noch viele Jahre (wenn nicht gar Jahrzehnte - man hört ja so einiges) in einem Bett schlafen, stillen und ich dich umher trage. 

 

Aber wenn ich etwas in meinem neuen Leben als Mama ziemlich schnell gelernt habe, dann ist es wohl das: Was zählt ist, dass es dir, Papa Junior und mir gut geht. Kritische Anmerkungen oder gar unverschämte Anfeindungen (das ältere Ehepaar damals in der ruhigen Ecke der Einkaufspassage, welches mich für das öffentliche Stillen beschimpfte, hast du hoffentlich längst vergessen) ändern nichts an meinen Überzeugungen. Denn ich spüre, dass unser Weg genau richtig für uns als Familie ist. 

 

Hinter uns liegen 12 aufregende, manchmal auch aufreibende, jedoch nie langweilige Monate. Heute feiern wir, dass du nun schon ein Jahr unser Leben bereicherst. Dafür brauchen wir keine riesige Feier oder unzählige Geschenke für dich (auch wenn insbesondere deine Großeltern, welche uns eine große Unterstützung im zurückliegenden Jahr waren, in ihrem Geschenkeeifer kaum zu bremsen sind). Was wir heute nicht missen möchten, das bist du.

 

Ein Leben ohne dich ist, seit du am 20. Oktober 2016 um 13.37 Uhr das Licht der Welt erblickt hast, unvorstellbar für mich. So viel Leben erfüllt mit dir nun jeden Tag unser Zuhause. So viel Liebe unsere Herzen. Eines steht fest: Mit dir zog die Liebe ein. 

 

Alles Gute zu deinem ersten Geburtstag wünscht dir deine etwas wehmütige Mama!

 

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Meine Geburt ohne Hebamme, so wäre es gewesen

#ohnehebamme; geburt ohne hebamme, blogparade, kreißsaal
In diesem Kreißsaal erblickte Junior das Licht der Welt. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass unsere Betreuung durch die Hebamme im Krankenhaus sehr gut war.

 

Mit diesem Artikel folge ich dem Blogparade-Aufruf von Perlenmama. Warum? Weil die Situation, die sich nun weiter zu verschlechtern droht, einfach unhaltbar ist. Die Bedeutung einer guten Betreuung durch eine Hebamme bei der Geburt kann kaum überschätzt werden. Dann will ich mir mal vorstellen, wie Juniors Geburt ohne Hebamme gelaufen wäre ...

 

#OhneHebamme

Unser Sohn wurde in einem großen Krankenhaus in Berlin geboren. Eine Beleghebamme hatten wir nicht gefunden und so musste ich einfach hoffen, dass ich mit der Hebamme - bzw. je nach Geburtsdauer - den Hebammen im Krankenhaus zurecht komme. 


Etwas mulmig war mir schon, denn vorher hatte ich viel über die "Massenabfertigung" im Krankenhaus und die fehlenden Ressourcen für eine angemessene Begleitung der Gebärenden gelesen. 

 

Im Nachhinein stelle ich fest, dass wir einfach Glück mit dem Timing hatten. Denn als ich mit Wehen im Krankenhaus ankam, war ich die Einzige, die zu dieser Zeit auf natürlichem Wege entband. Dadurch konnte ich den "Luxus" einer umfassenden Betreuung der Hebamme auf Station genießen. 


Dafür bin ich so unendlich dankbar, denn ich bin fest davon überzeugt, dass ich vor allem durch die tolle Unterstützung sagen kann: Die Geburt war irre schmerzhaft, aber toll. Sie war interventionsarm, ohne Komplikationen, mit nur leichten Geburtsverletzungen und zügig. Mich begleitete das Gefühl, in erfahrenen und guten Händen zu sein.

 

Wie wäre die Geburt ohne Hebamme gewesen?

 

Es fällt mir schwer, mir auszumalen wie die Geburt ohne die Hebamme gelaufen wäre. Ich hatte sofort Vertrauen zu ihr, als ich sie in der Eröffnungsphase der Geburt kennenlernte. Ihre Anwesenheit hat mir eine gewisse Sicherheit gegeben. Ohne ihre tolle Begleitung wäre Juniors Geburt wohl ganz anders verlaufen ...

 

Ohne Hebamme hätte ich mich sicher nicht in die Badewanne getraut, die mir ganze zwei Stunden bei der Bewältigung der Wehen half.

 

Ohne die tolle Unterstützung der Hebamme hätte ich viel zu früh dem unfassbaren Druck zu pressen nachgegeben und auch nicht gewusst, in welcher Phase der Geburt wir uns wann befinden.

 

Ohne die kompetente Begleitung hätte ich meine Position viel seltener verändert und die Geburt hätte länger gedauert.

 

Ohne die motivierenden Worte der Hebamme hätte mir an mancher Stelle sicher die Kraft gefehlt, weiter an die Fähigkeiten meines Babys und meine eigene Stärke zu glauben.

 

Ohne die Hebamme hätte ich in der Pressphase nicht so stark und aktiv mitgearbeitet.

 

Ohne die Erfahrung der Hebamme wäre ich mit meiner Geburtsverletzung sicher nicht so glimpflich davon gekommen.

 

Doch mit Abstand am wichtigsten: Vielleicht wäre Junior ohne das Wissen und die Kompetenz der Hebamme nicht gesund zur Welt gekommen. Seine Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gelegt und aus diesem Grund war meine aktive Mitarbeit für die letzte Geburtsphase umso wichtiger. 


Ich wusste dies während der Geburt nicht, da die Hebamme erfahren genug war, zu wissen, dass eine solche Information dem weiteren Geburtsverlauf nicht zuträglich gewesen wäre.

 

Fehlende Menschlichkeit und Wärme ohne Hebamme

 

Ohne die Begleitung der Hebamme hätte der Geburtsbegleitung im Krankenhaus ein elementarer Bestandteil gefehlt: Die Wärme und Menschlichkeit, die ich allen werdenden Mamas und vor allem ihren Babies für die Geburt wünsche. 


Ich werde beispielsweise nie vergessen, als die Hebamme zu mir sagte: "Und jetzt kommt der Punkt, ab dem du fluchen und uns beleidigen darfst." als die Schmerzen noch heftiger wurden und es in Richtung Finale ging. Ich hatte zwar nicht den Drang, Papa Junior oder die Hebamme zu beleidigen. Das Fluch-Angebot nahm ich jedoch sehr gern an. 


Durch Sätze wie diese hatte ich das Gefühl, dass uns da jemand in dieser Situation unterstützt, der weiß, wie ich mich fühle und gleichzeitig vermittelt: Alles wird gut. Die unfassbaren Schmerzen gehören dazu und du wirst es schaffen.

 

Eine Geburt ohne Hebamme? Unvorstellbar!

 

Die Geburt wäre ohne Hebamme sicher nicht so reibungslos und schön verlaufen. Ich wäre unsicherer gewesen und hätte nicht so aktiv mitarbeiten können. 


Ich bin mir darüber bewusst, dass die Betreuung während der gesamten Geburt in der Situation, die in den Krankenhäusern derzeit herrscht, ein Glücksfall und "Luxus" war. Dabei wünsche ich viel mehr Familien einen so schönen Start in ihr neues Leben.

 

Doch mein Wunsch ist weit von der Realität entfernt. Die Situation droht sich weiter für die Hebammen und somit auch die Gebärenden zu verschlechtern. Ich kann nicht hinnehmen, dass die Geburt für mehr und mehr Frauen zur traumatischen Erfahrung zu werden droht, da es unter den schlechten Bedingungen immer weniger Hebammen gibt, die die Geburten begleiten. 


Von ihrer Erfahrung profitieren so viele Menschen - es sind nicht nur die Frauen. Wenn die Geburt kompetent und einfühlsam von einer Hebamme begleitet wurde, geht es der gesamten Familie beim Start ins neue Familienleben besser. 

 

Es ist höchste Zeit, dass die Hebammen in der Ausübung ihrer Arbeit nicht noch weiter beschränkt, sondern gestärkt und anerkannt werden. Für die immens wichtige Arbeit, die sie leisten.

 

Update am 09.09.2017: Leider sieht es derzeit überhaupt nicht danach aus, dass sich die Situation rund um den Hebammenberuf verbessert. Hier findet ihr zwei Artikel zum Thema, die mich traurig und wütend machen: http://www.vonguteneltern.de/das-war-es-wohl-mit-dem-wochenbett/  und http://www.huffingtonpost.de/2017/07/01/kreissaele-schliessen-babyboom-ueberfuellt_n_17332622.html.

 

Wie seht ihr die Entwicklung in diesem Bereich? Hinterlasst mir gern einen Kommentar mit euren Gedanken und Erfahrungen zum Thema.

 

Nachdenkliche Grüße,

 

eure Jana

 

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Ich will aber perfekt sein - oder: Wenn die eigenen Ansprüche zur Last werden

Mama-Bloggerin von patschehand.de mit Baby in der Trage; Tragemama; Babytrage
Meinen Weg zu mehr Gelassenheit und weniger Perfektionismus musste ich erst finden. Und auch wenn ich mittlerweile viel entspannter bin, kann ich mich noch immer nicht ganz befreien von sehr hohen Ansprüchen an mich selbst.

Eine gute Mutter sein - das wollen wir wohl alle. Doch ich wollte noch mehr: Die perfekte Mutter sein. Mein Baby soll den besten Start ins Leben genießen und deswegen gebe ich jeden Tag alles für den Kleinen. Schon in der Schwangerschaft habe ich mich umfassend darüber informiert, was eine Spitzenmami alles mit ihrem Nachwuchs anstellen sollte. Und natürlich hielt ich mich so gut es geht an das, was die Expertinnen und Experten für ein glückliches Babyleben empfehlen.

 

Allerdings blieb bei dem ganzen Kopfzerbrechen, ob ich denn jederzeit richtig mit Junior umgehe und seine gesunde Entwicklung fördere, etwas wichtiges auf der Strecke: Das Vertrauen in meine Fähigkeiten als Mutter und meinen Instinkt. Meine hohen Ansprüche an mich selbst wurden mehr und mehr zur Last. Lest hier, was mir geholfen hat, mir mehr Vertrauen zu schenken.

 

Möchtegern-Superwoman stößt an ihre Grenzen

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Ein kostbarer Moment: Angekommen in meiner neuen Rolle als Mama

Ans Mamasein gewöhnt? Blogpost über kostbare Momente mit Baby auf Mama-Blog Patschehand.de
Dir gefällt mein Artikel zum Ankommen in der Mutterrolle? Dann pinne die Grafik doch bei Pinterest oder teile den Artikel ;)

 

Die Mutterrolle annehmen: Sicher heißt das für jede Frau etwas anderes. Aber woran merkt man, dass man in der neuen Rolle als Mama angekommen ist? Und wie lange dauert das? Vor einigen Tagen erlebte ich einen Moment mit Junior, in dem mir klar wurde: Jetzt bin ich wohl ganz in meiner neuen Rolle als Mama angekommen. Diesen möchte ich gern mit euch teilen.

 

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Wir feiern ein halbes Jahr mit Junior - Ein Brief an mein Baby

Grafik zu sechs Monaten Mama-Sein: Zum Pinnen auf Pinterest oder Teilen auf facebook.
Die letzten sechs Monate waren die intensivsten meines Lebens. Die Gefühlspalette reichte von unfassbar glücklich bis hin zu unglaublich erschöpft. Dir gefällt mein Brief an Junior? Dann pinne doch die Grafik oder teile ihn per facebook ;)

Vor sechs Monaten wurde Junior geboren. Mit folgendem Brief an meinen größten Schatz möchte ich diesen kleinen großen Meilenstein feiern und schwierige Phasen sowie kostbare Momente Revue passieren lassen.

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Weg mit dem Kinderwagen: Wie ich zur Tragemama wurde

Mama-Bloggerin Jana von Patschehand.de mit ihrem Sohn und der Bondolino Komforttrage
Den Weg zur glücklichen Tragemama habe ich mir leichter vorgestellt.

Wie schön hatte ich mir das vor Juniors Geburt vorgestellt: Entspannt und gut gelaunt schmeiße ich den Haushalt, spaziere durch die Gegend und treffe mich mit anderen Mamas, während er friedlich in der Babytrage schlummert.

 

Ganz so einfach war es dann leider doch nicht. Und bevor der Kinderwagen tatsächlich eine längere Pause hatte, dauerte es einige Zeit. Denn wie steht es sinngemäß so schön in der Anleitung unserer Babytrage: "Niemand wird als Tragemama oder Tragepapa geboren."*

 

"Diese Tragehilfe nutzten auch Lisa und Stefan für ihr Baby!": Das beste Kaufargument?

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21 Dinge, die ich gern vor der Geburt meines Babys gewusst hätte - Teil 5

Ehrlicher Einblick in den wahren Mama-Alltag: Grafik zum Pinnen
Jeden Tag bringt mich mein neues Leben mit Baby zum Staunen. Euch gefällt mein Artikel? Dann pinnt doch die Grafik oder teilt ihn per facebook ;)

Vor mittlerweile 25 Wochen wurde mein Junior geboren und vor vier Wochen startete ich meine Serie mit Erkenntnissen, die ich seit der Geburt dieses kleinen Wunders hatte. Nie zuvor in meinem Leben habe ich in einer solchen kurzen Zeitspanne so viel gelernt. Einige Dinge hätte ich sehr gern vor Juniors Geburt gewusst (und nein, ich meine nicht diese offensichtlichen Dinge wie die sehr, sehr starken Schmerzen einer Geburt oder das Schlafmangel echt keinen Spaß macht...). An dieser Stelle nun also der fünfte und letzte Teil meiner von höchster Subjektivität geprägten Liste:

 

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