Erfolgs-Mama: Vereinbarkeit / Kind & Karriere / Business

Mama, achte auf dich: Warum es Mut erfordert, die eigenen Grenzen zu wahren - Teil 3

Mama kann nicht "Nein" sagen: Brief an eine Mehrfachmama auf Mama-Blog Patschehand.de.
Mit zwei Schulkindern (eines davon mitten in der Pubertät) und Vollzeitjob rücken Mamas Bedürfnisse häufig - mal wieder - in den Hintergrund. Vor allem dann, wenn das Wort "Nein" kein Bestandteil von Mamas Wortschatz ist.

In den letzten Tagen dieses Jahres widme ich mich einem Thema, das mich schon lange umtreibt. Und das nicht nur mich betrifft. Es geht um die Wahrung eigener Grenzen. Unsere Kraft ist eine Ressource, die wir nicht beliebig ausschöpfen können. So sehr wir es uns auch wünschen mögen: Allen Ansprüchen gerecht zu werden ist ein geradezu unmögliches Unterfangen. Ja, nicht einmal unsere eigenen Ansprüche können wir erfüllen (wobei diese ja oftmals auch die härtesten sind). Vor allem uns Frauen scheint es zunehmend schwerer zu fallen, unsere Grenzen zu akzeptieren. 

 

Warum das meiner Ansicht nach so ist und weshalb ich mich von dem Gedanken verabschiedete, dass dieses Problem nur Baby-Mütter oder beruflich sehr eingespannte Frauen betrifft, erfahrt ihr in meinen drei Briefen an Mütter in unterschiedlichen Phasen / Lebenslagen. 

 

Hier nun mein dritter Brief an Mehrfachmama Anne, deren Kinder bereits in die Schule gehen. 

 

Lest hier Teil 1, meinen ersten Brief an eine Mutter ins Wochenbett und Teil 2, meinen zweiten Brief an eine berufstätige sogenannte "Working Mom"

 

Kleine Kinder, kleine Sorgen ... Steckt da doch ein Fünkchen Wahrheit drin?

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Mama, achte auf dich: Warum es Mut erfordert, die eigenen Grenzen zu wahren - Teil 2

Wolken verdecken den Sonnenschein: Die Vereinbarkeit ist noch immer vor allem für Frauen ein Thema. Brief an eine Working Mom auf Mama-Blog Patschehand.de.
Manchmal fehlt einfach die Kraft, um die schönen Dinge im Mamaleben zu sehen. Wie ein Schatten ist da zum Beispiel diese dauerhafte Begleitung, die so viele Mütter plagt: Das schlechte Gewissen.

In den letzten Tagen dieses Jahres widme ich mich einem Thema, das mich schon lange umtreibt. Und das nicht nur mich betrifft. Es geht um die Wahrung eigener Grenzen. Unsere Kraft ist eine Ressource, die wir nicht beliebig ausschöpfen können. So sehr wir es uns auch wünschen mögen: Allen Ansprüchen gerecht zu werden ist ein geradezu unmögliches Unterfangen. Ja, nicht einmal unsere eigenen Ansprüche können wir erfüllen (wobei diese ja oftmals auch die härtesten sind). Vor allem uns Frauen scheint es zunehmend schwerer zu fallen, unsere Grenzen zu akzeptieren. 

 

Warum das meiner Ansicht nach so ist und weshalb ich mich von dem Gedanken verabschiedete, dass dieses Problem nur Baby-Mütter oder beruflich sehr eingespannte Frauen betrifft, erfahrt ihr in meinen drei Briefen an Mütter in unterschiedlichen Phasen / Lebenslagen. 

 

Hier nun mein zweiter Brief an Janine, die nach über einem Jahr Elternzeit vor wenigen Monaten ins Berufsleben zurückgekehrt ist. Zu meinem ersten Brief an eine Mutter ins Wochenbett geht es übrigens hier. 

 

Das Baby ist längst ein Kleinkind. Und Mamas Erschöpfung nicht kleiner ...

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Selbstbetreuung oder Kita? Fünf Mütter berichten von ihrem individuellen Betreuungsweg

Grafik Kita; Vereinbarkeit; Umfrage; Ab wann Eingewöhnung sinnvoll; Blog

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass man es als Mutter eigentlich nur falsch machen kann. Ob nun erbeten oder ungefragt: Als Mama erhält man von allen Seiten Ratschläge, Belehrungen und mitunter sogar Vorwürfe in Bezug auf den Umgang mit seinem Nachwuchs (in letzter Zeit machen mir übrigens häufiger ältere Damen und Herren  mit ihren gutgemeinten Tipps das Leben bzw. den täglichen Spaziergang schwer). 

 

Eines der besonders emotional aufgeladenen und heiklen Themen ist in diesem Zusammenhang wohl die Frage der Betreuung der Kleinen. Allzu schnell entbrennt hier auch unter Müttern Streit, was denn nun das beste fürs Kind sei. Flott werden dann Kindern, die mit deutlich über einem Jahr (oder auch nie) eine Kita besuchen die Sozialkompetenzen abgesprochen. Pauschal wird gern dagegengehalten, dass die frühe Trennung von den Eltern traumatisch sei und der Besuch einer Kita purer Stress für die Kleinen sei. Spätere Verhaltensaufälligkeiten des Kindes nicht ausgeschlossen.

 

Ich wollte es genauer wissen und habe deswegen die befragt, die es wissen müssen: Die Mütter von Kindern, die dem Babyalter bereits entwachsen sind. Naturgemäß haben sie sich bereits intensiv mit der Frage nach der Betreuung für ihre Kinder befasst und auch dabei spannende Erfahrungen gesammelt.

 

In einem Fragebogen standen mir fünf Mütter Rede und Antwort zu ihrem individuellen Betreuungsweg. Auch wenn mein Fragebogen nicht den wissenschaftlichen Standards der Sozialforschung entspricht und die Ergebnisse natürlich auch nicht repräsentativ sind (diese Ansprüche hatte ich allerdings auch nicht), konnte ich einen spannenden Einblick und ein Meinungsbild zur Kinderbetreuung gewinnen.

 

In diesem Beitrag stelle ich euch die Ergebnisse meiner Befragung vor und lasse auch die befragten Mamas zu Wort kommen.

 

Meine Umfrage rund um die Kita oder: Wer ehrlich sein will, muss leiden

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Kitaplatz - dringend gesucht! oder: Über die aufreibende Suche nach liebevoller Betreuung fürs Kind

Grafik für Pinterestoder zum Teilen zum Thema Kitaplatz in Berlin gesucht
Vor welchen Herausforderungen alle Beteiligten rund um die Kinderbetreuung stehen, wurde mir erst bewusst als wir mit der Suche begannen. Wenn dir mein Artikel gefällt, freue ich mich übers Pinnen oder Teilen ;)

Man kam kaum an der Meldung vorbei, die vor wenigen Wochen durch die Schlagzeilen ging und über die Bildschirme flimmerte: Vor einer, sich noch im Bau befindlichen, Kita in Leipzig bildete sich eine beeindruckend lange Schlange, bestehend aus Eltern und teilweise Kindern (hier geht es zu einem Bericht des MDR). Das Ziel der anstehenden Eltern lag darin, einen Platz für ihr Kind in der Kita zu ergattern. Deshalb nahmen sie, als ersten Schritt hierfür, den öffentlichen Termin zur Anmeldung wahr.

 

Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, dass Betreuungsplätze vielerorts rar und damit heiß begehrt sind. Ist ja auch politisch gewollt, dass Mama nach Babys Geburt flott wieder den Weg zur Arbeit findet. Und viele Frauen wollen auch gern wieder arbeiten. Dieses Vorhaben lässt sich jedoch nur schwer in die Tat umzusetzen, wenn kein Betreuungsplatz gefunden wird.

 

Trotz Investitionsprogramms der Bundesregierung wächst die sogenannte Betreuungslücke in Deutschland (hier geht zu den Zahlen). Viele Familien haben keine Wahl mehr, in welcher Einrichtung ihr Kind betreut werden soll. Sie müssen sich schon glücklich schätzen, wenn sie überhaupt einen Platz bekommen.

 

Dabei stellt sich nicht nur mir die Frage, wie es denn mit der Qualität in den Einrichtungen aussieht. Sorgen Kostendruck, Personalmangel und Überlastung der, meist weiblichen, Belegschaft für eine Betreuungssituation, die unseren Kleinsten schadet?

 

In diesem Beitrag wage ich, anhand unseres persönlichen Beispiels, die Annäherung an ein komplexes und emotional aufgeladenes Thema, das wohl alle Eltern, früher oder später, beschäftigt (und empfehle ganz am Ende noch einen undogmatischen und hilfreichen Ratgeber zum Thema).*

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Und nach der Elternzeit? Beruflich Neues wagen oder auf Sicherheit setzen?

Elternzeit; Vereinbarkeit; Mama arbeitet; Kind und Karriere
Was kommt nach der Zeit, in der ich mich voll und ganz Junior widmen kann?

Auch wenn ich es mir noch überhaupt nicht vorstellen kann und möchte: Irgendwann endet die Elternzeit und ich muss wieder arbeiten gehen. Doch möchte ich beruflich überhaupt da weitermachen, wo ich vor Juniors Geburt aufgehört habe? 

 

Wäre jetzt nicht die beste Zeit, um das schon so lang zurückgestellte Studium zu beginnen? In welche Richtung möchte ich mich beruflich entwickeln und was heißt das für mein Leben mit Junior und Papa? Wann ist das beste Alter, um Junior in die tägliche Betreuung zu geben? Verlängere ich meine Elternzeit, auch wenn es finanziell dann sehr eng wird (ich blende an dieser Stelle mal kurz die derzeitige Betreuungssituation in Berlin Friedrichshain aus und beantworte diese Frage davon losgelöst - im Jammertal dann aber bald mehr hierzu)? 

 

So viel ist klar: Meine Entscheidung, wie sie auch ausfällt, hat gravierende und langfristige Auswirkungen. Mit jeder Option sind Hoffnungen, Träume, aber auch Risiken verbunden.

 

In diesem Artikel befasse ich mich mit der Frage, die vielleicht auch einige von euch umtreibt: Soll ich beruflich Neues wagen oder doch auf Sicherheit setzen? Lest hier, wie ich mich entschieden habe und welche Beweggründe mich zu dieser Entscheidung brachten.

 

 

Die Zeit verfliegt ...

 

Vor 7 1/2 Monaten begann meine Elternzeit. Es ist unglaublich, aber damit ist, zumindest laut meines damaligen Antrages, die Hälfte dieser so schönen und erkenntnisreichen, aber mitunter auch anstrengenden Zeit bereits vorbei. Nun habe ich schon vor ein paar Monaten, gemeinsam mit Papa Junior, entschieden, dass Junior im Alter von einem Jahr noch nicht fremdbetreut werden soll. Geplant ist eine Verlängerung meiner Elternzeit um weitere sechs Monate. Wobei ich eine weitere Verlängerung der Elternzeit nicht ausschließen kann und möchte, da Pläne ja grundsätzlich eine feine Sache sind,  das echte Leben diese aber bekanntermaßen ja auch ab und an durchkreuzt. Vor allem davon, ob wir für Junior eine Betreuung finden, bei / in der er sich wohlfühlt, hängt der Zeitpunkt meines Jobeinstiegs ab.

 

Die Entscheidung, meine Elternzeit zu verlängern, haben wir uns nicht leicht gemacht. Ausschlaggebend war mein Gefühl, dass es das Beste für Junior und mich ist, wenn wir dieses halbe Jahr noch gemeinsam genießen können. Denn natürlich gibt es auch Nachteile durch diese verlängerte Auszeit vom Job. Während der Extra-Monate werde ich kein Elterngeld mehr erhalten und da Papa Juniors Gehalt allein nicht ausreichen wird, werden wir auch auf unsere Ersparnisse zurückgreifen müssen. Andererseits: Gibt es einen schöneren Grund als ein Kind, um das Sparschwein zu plündern?

 

Ist meine Arbeit sinnvoll?

 

Doch diese Entscheidung war, im Vergleich zu den weiteren Fragen rund um meine berufliche Zukunft, noch harmlos. Seit Juniors Geburt hat sich mein Leben komplett verändert. Prioritäten haben sich verschoben. Bestimmte Werte gewannen an Bedeutung, während andere Dinge in den Hintergrund traten. Was ist mir wichtig und was wünsche ich mir für meine Zukunft? Dies waren früher die zentralen Fragen für mich. Doch seit der kleine Sonnenschein mein Leben bereichert, lauten die Fragen: Was wünsche ich mir für meine Familie und welche Werte möchten wir leben?

 

Natürlich hinterfragte ich, in Hinblick auf diesen Fragenkompass, auch meine Arbeit in der Berliner Verwaltung. Lässt sich diese Tätigkeit mit den Wünschen für mein Familienleben und meinen Werten vereinbaren? Ist meine Arbeit sinnvoll? Erfüllt sie mich? Zunächst tat ich mich, vor allem mit der Beantwortung der letzten zwei Fragen, schwer.

 

Seit ich den Alltag als Neu-Mama bestreite, hatte ich so häufig mit Frauen zu tun, die so unglaublich wichtige Arbeit leisten und damit vielen Familien helfen. Damit meine ich die Hebammen, Sozialpädagoginnen in den Familienzentren, Stillberaterinnen und die ehrenamtlichen Helferinnen, die ich in den letzten Monaten kennenlernen durfte. Sie alle fragen sich am Ende des Tages sicher nicht, ob ihre Arbeit heute sinnvoll war oder nicht. Von ihrer Unterstützung und ihrem Rat profitieren so viele Menschen, die sich gerade in einer aufregenden und herausfordernden Situation befinden. Und wie vielen Menschen habe ich nach einem Arbeitstag mit meinem Bürojob geholfen? Dieser Gedanke ging mir immer wieder durch den Kopf.

 

Wäre ein beruflicher Neustart, gerade mal vier Jahre nach dem Abschluss meiner Ausbildung, eine Option für mich? Und wenn ja, wie sollte dieser aussehen? Diffuse Ideen und schon lang gehegte Träume gingen mir durch den Kopf. Doch um Neues zu wagen, passte einfach zu wenig bei jeder meiner durchdachten Optionen. Insbesondere die finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit war ein Aspekt, an dem ich nicht weiterkam. Und da ich nun nicht mehr nur für mich allein verantwortlich bin, ist dies ein enorm bedeutsamer Faktor für mich. Und so beschloss ich meine Lust aufs Schreiben zum Hobby zu machen und in diesem Blog auszuleben ;)

 

Hinzu kommt, dass mir, trotz dieser Frage nach dem Sinn, immer klar war, dass mein Job viele Vorteile bietet. Ich bin zwar keine Beamtin, jedoch ist meine Anstellung ebenso sehr sicher. Ich verdiene ein angemessenes Gehalt, das bei meiner Ausbildung vergleichbar mit der freien Wirtschaft ist, profitiere jedoch von den flexiblen Arbeitszeiten und wenigen Überstunden (bis auf einige und regelmäßg wiederkehrende Ausnahmen). Meine Kolleginnen und Kollegen sind toll und mein Arbeitsweg ist ausgesprochen kurz. Außerdem machte mir die Arbeit meist Spaß. Und ja, es mag sein, dass ich mit meiner Arbeit Menschen nicht auf die Art helfe, wie es beispielsweise eine Hebamme tut. Doch ich erachte meine Tätigkeit als sinnvoll und sie lässt sich mit meinen Werten vereinbaren.

 

Als ich mir diese positiven Aspekte meines Jobs vor Augen geführt hatte, war klar, dass ich diesem treu bleiben möchte. Es war wichtig für mich, die Entscheidung für meine Arbeit bewusst, und damit ein zweites Mal, zu treffen. Doch damit waren immer noch längst nicht alle Fragen geklärt.

 

Und wo bekomme ich jetzt noch das Studium unter?

 

Ursprünglich hatte ich immer vor zu studieren. Doch als ich keinen Platz für das Wunschstudium bekam und die Zahl der Wartesemester sah, beschloss ich, eine Ausbildung zu beginnen. Studieren kann ich ja schließlich auch danach. Seit Ausbildungsende im Sommer 2013 überlegte ich zwar immer wieder, ein Teilzeit-, Abend- oder Fernstudium zu beginnen, doch Nägel mit Köpfen machte ich nie. Immer passte etwas nicht oder wie durch Zauberhand war wieder eine Frist knapp verpasst. Dann wurde ich schwanger und sagte zu meinem Chef, dass ich jedoch trotzdem noch vorhabe, bald ein Studium zu beginnen. Allerdings stelle ich nun im Babyalltag ernüchtert fest, dass das gar nicht so leicht wird.

 

Natürlich möchte ich gern beruflich vorankommen. Doch ich möchte auch, und das hat nun mal oberste Priorität, Zeit für meinen Sohn und Papa Junior haben. Da ein Vollzeitstudium aus finanziellen Gründen nicht in Frage kommt, müsste ich trotzdem noch (natürlich mit reduzierter Stundenzahl) arbeiten gehen. Dabei sollte aber auch noch Zeit für die schönen Seiten des Lebens, Freunde und Familie bleiben. Es ist wohl ein geradezu unmögliches Unterfangen, all diese Wünsche und Ziele gleichzeitig umzusetzen. Und deshalb musste ich auch hier Prioritäten setzen und Vor- und Nachteile abwägen.

 

Mir wurde auch klar, dass es wohl kein Zufall war, dass es bereits vor meiner Schwangerschaft nicht mit dem Studium klappte. Hätte eines meine Leidenschaft und Lust aufs Lernen entfacht, hätte ich mich sicher für diesen Weg entschieden. Und da ich nicht unglücklich und erschöpft auf gefühlt hundert Hochzeiten tanzen möchte, habe ich mich für die nächsten Jahre gegen ein Studium entschieden. Vielleicht gehe ich dieses Thema nochmal an, wenn Junior größer ist. Doch nun haben in meinem Leben andere Dinge eindeutig Vorrang. Mit dieser Entscheidung fiel mir eine große Last von den Schultern. Das jahrelange Hadern und Nachdenken hat, in diesem Bereich, nun erstmal ein Ende.

 

Natürlich kann man mir vorwerfen, dass ich mich freiwillig in alte Rollenbilder begebe und meine berufliche Weiterentwicklung für Kind und Partner unterodne. Und ja, ich stelle meine beruflichen Ziele zurück. Doch bei genauerer Betrachtung meiner Situation, stelle ich fest, dass es zwar sehr leicht ist, meine vorläufige Entscheidung gegen das Studium mit Junior zu begründen. Doch so ganz stimmt das wohl nicht. Wie ich bereits erwähnt hatte, konnte mich, seit meines Ausbildungsabschlusses, kein Studienangebot so begeistern, dass ich da riesige Lust drauf hatte. Ein Studium war eher ein Punkt auf meiner To-Do-Liste. Im Sinne von: Du hast Abi, willst ein bisschen mehr Geld verdienen und spannende Aufgaben übernehmen - also musst du studieren. Wahre Leidenschaft klingt anders, oder?

 

Und so soll es sein ...

 

Und so müsste der Satz wohl in Wahrheit lauten: Meine Ambitionen, ein Studium zu beginnen, sanken proportional zur vergangenen Zeit seit meines Abiturs (das war 2009). Wenn ich voll hinter etwas stehe, dann ziehe ich es auch konsequent durch. Doch wenn diese Motivation aus meinem Inneren heraus fehlt, dann wird es schwer.

 

Als ich mich vor ein paar Wochen mit meinem Chef traf, um meinen beruflichen Wiedereinstieg etwas genauer zu umreißen, teilte ich ihm meinen Entschluss mit. Er hatte schon vor meiner Schwangerschaft vermutet, dass ich in absehbarer Zeit nicht studieren werde. Denn seine Erfahrung deckt sich mit meiner Erkenntnis: Je länger der Besuch der letzten Bildungseinrichtung her ist, desto schwieriger ist der Weg zurück in eine solche.

 

Ich sagte ihm auch ehrlich, dass ich noch nicht weiß, ob mein Wunsch, ab April 2018 wieder arbeiten zu gehen, in Erfüllung geht. Die Situation rund um die Kinderbetreuung ist in Berlin Friedrichshain derzeit eine Katastrophe. Wer weiß, wann wir einen Platz in einer Einrichtung (ein Kinderladen hat es mir ganz besonders angetan - bitte drückt die Daumen) bekommen, in der wir Junior mit gutem Gefühl betreuen lassen. Ob Junior sich dann auch dort wohlfühlt, steht ja auch nicht fest und ich habe mir vorgenommen, ihm die Zeit zu geben, die er braucht. Auch, dass ich noch nicht weiß, ob eine Rückkehr in Vollzeit für mich möglich ist, sagte ich meinem Chef. Natürlich war er nicht ganz glücklich mit diesen unpräzisen Aussagen. Doch er hat selbst eine kleine Tochter und versteht somit glücklicherweise, dass Junior nun für mich an erster Stelle steht. Und das langfristige Planungen mit Babys in Juniors Alter eben auch schwierig sind.

 

Was habe ich für ein Glück, die Wahl zu haben ...

 

Ich bin mir bewusst, dass ich es mit den vielen, zu treffenden, Entscheidungen vegleichsweise sehr gut habe. Viele Frauen haben diese Wahlmöglichkeiten nicht. Sie können die Elternzeit nicht um einige Monate verlängern, da ein Gehalt auch bei ihnen nicht ausreicht und Ersparnisse nicht vorhanden sind.

 

Für viele Mütter stellt sich heutzutage nicht die Frage, ob sie in Voll- oder Teilzeit wieder arbeiten gehen: In der einen Familie muss ein zweites, volles Gehalt verdient werden und in der anderen Familie ist die Mama alleinerziehend und kann ihr unglaubliches Pensum nur mit einer Teilzeitanstellung leisten.

 

Ich bin wirklich dankbar, das Glück zu haben, aus mehreren Optionen wählen zu können. Daraus besteht, aus meiner Sicht, auch echte Emanzipation. Aus der Freiheit, als Frau entscheiden zu dürfen, welches Leben zu mir passt und mich glücklich macht. Und dieses dann auch leben zu können.

 

Hier berichte ich von meinen ganz persönlichen Entscheidungen. Meine Hoffnung ist, dass sie sich als gut für uns erweisen werden. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass jede Mutter, die vor ähnlichen Entscheidungen stand und steht, ebenso die besten Absichten hat. Und aus diesem Grund habe ich auch für die Frauen Verständnis, die den Neuanfang gewählt oder sich gegen einen beruflichen Wiedereinstieg entschieden hätten bzw. haben. Jede Neu-Mama steht hier vor ihren ganz eigenen Herausforderungen und zu klärenden Fragen.

 

Berufliche Sicherheit oder Neuanfang? Fremdbetreuung für mein Kind oder nicht? In Voll- oder Teilzeit arbeiten? Ich wünsche allen Neu-Mamas viel Kraft, um diese wichtigen Fragen anzugehen. Aber bei eins könnt ihr euch wohl jetzt schon sicher sein: Egal, wie ihr euch entscheidet. Es wird immer jemanden geben, der euch dafür kritisiert. Und egal, wie ihr es macht: Ihr werdet wohl immer etwas finden, dass euch ein schlechtes Gewissen bereitet.

 

Wenn sich dieses bei mir meldet, werde ich euch davon berichten. Bis dahin freue ich mich, vorläufig ein paar Dinge mit mir geklärt zu haben.

 

Optimistisch in die Zukunft blickende Grüße, 

 

eure Jana

 

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Ohne Mama und Papa: Junior zum ersten Mal bei "jemand anderem"

Vor wenigen Tagen wurde unser kleiner Schatz zum ersten Mal von "jemand anderem" als uns, seinen Eltern, betreut. Bisher waren immer Mama oder Papa da. Schon Tage vorher blickte ich etwas nervös auf den Tag, an dem ein wichtiger beruflicher Termin für mich und eine ungewohnte Situation für Junior anstanden. Wie es lief, erfahrt ihr in diesem Protokoll einer aufgeregten Mama.

 

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