Wir feiern ein halbes Jahr mit Junior - Ein Brief an mein Baby

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Die letzten sechs Monate waren die intensivsten meines Lebens. Die Gefühlspalette reichte von unfassbar glücklich bis hin zu unglaublich erschöpft. Dir gefällt mein Brief an Junior? Dann pinne doch die Grafik oder teile ihn per facebook ;)

Vor sechs Monaten wurde Junior geboren. Mit folgendem Brief an meinen größten Schatz möchte ich diesen kleinen großen Meilenstein feiern und schwierige Phasen sowie kostbare Momente Revue passieren lassen.

 

Geliebter kleiner Sonnenschein,  

 

du bist nun schon sechs Monate alt. Während ich das Wort "schon" schrieb, hielt ich kurz inne. Denn es gab Momente im letzten halben Jahr, von denen ich hoffte, sie mögen schneller vergehen. Diese Momente fühlten sich wie eine Ewigkeit an und die Zeit konnte mir gar nicht schnell genug vergehen, bis diese vorbei waren.

 

Wenn du zum Beispiel in den ersten Wochen nach deiner Geburt geschrien hast und dein Papa und ich nicht wussten, was dir Kummer bereitet. Oder die ersten Tage allein mit dir zu Hause nachdem Papas Elternzeit um war. Warum das so schlimm für mich war? Nein, es hat nichts damit zu tun, dass du anstrengend warst oder viel geweint hättest (das hast du nie - du warst schon sehr früh ein ganz fröhliches Kerlchen - wie auf den vielen schönen Fotos von dir zu sehen ist). Du warst und bist richtig so, genau wie du bist. Es war so schlimm für mich, da ich sehr unsicher war.

 

Diese Riesenverantwortung für so ein kleines und schutzbedürftiges Wesen hat mich einfach umgehauen. Auch der beste Vorbereitungskurs konnte mich nicht auf dieses ganz neue Leben mit dir gefasst machen. Dein Wohlergehen war und ist seit dem 20.10.2016 das Wichtigste für mich. Doch wie sehr ich um dieses besorgt sein würde, vor allem in den ersten Wochen nach deiner Geburt, konnte ich mir nicht vorstellen. In den wenigen Minuten, die wir nicht zusammen verbrachten, schlich ich ständig zu dir, um zu prüfen, dass es dir gut geht.

 

Wenn es dir nicht gut ging, dann haben Papa und ich dich immer hoch in unsere Arme genommen. Fast immer konnten wir den Grund für deinen Kummer schnell herausfinden und dir helfen. Erst mit etwas mehr Erfahrung als Mama weiß ich, dass du von Anfang an ein sehr ausgeglichenes Baby warst.

 

Natürlich mussten wir uns anhören, dass wir dich mit stillen nach Bedarf, auch in der Nacht auf jedes Weinen eingehen und dir helfen, dem gemeinsamen Schlafen im Familienbett und dem Tragen in der Babytrage verwöhnen. Bald hätten wir ein Baby, dass genau weiß, was zu tun ist, damit Mama oder Papa springen. Zunächst haben mich diese mahnenden Worte verunsichert. Dann habe ich gemerkt, wie gut uns unser Weg tut und wie glücklich wir so sind, wie es ist. Du bist nicht mehr lange ein Baby und die Zeit, in der du so viel Nähe möchtest, wird schneller enden als mir lieb ist. 

 

Es hat auch gedauert, bis ich erkannt habe, dass dein stärkstes Weinen meist Übermüdung geschuldet ist. Überhaupt ist Schlaf so ein Thema für uns: Du schläfst viel ruhiger und länger, wenn ich neben dir bleibe. Tagsüber und auch in der Nacht. Anfangs kam ich also zu Hause zu gar nichts, da wir rund um die Uhr zusammen waren und du dich ja noch nicht allein beschäftigen konntest während deiner Wachphasen. Wie viele Abende endeten und enden für mich sehr früh mit dem Ins-Bett-bringen von dir? Dich weinen zu lassen, um mir einen entspannten Abend zu machen, war nie eine Option für mich.

 

Das Stillen lief und läuft nach einem schwierigen Start toll und mit sechs Monaten scheinst du noch voll und ganz zufrieden mit der Brust zu sein. Es ist so schön, wie du dich freust, sobald du erkennst, dass wir gleich stillen. Was hatte ich für eine Angst, als du in den ersten Tagen nach deiner Geburt so viel abgenommen hattest und uns schon zum Zufüttern geraten wurde. Dank unserer tollen Hebamme wurde dann aber alles gut. 

 

Wir haben in den letzten sechs Monaten so viele tolle Momente mit dir erlebt, dass ich sie gar nicht alle beschreiben kann. Unvergesslich wird für mich aber der Moment bleiben, als du das erste Mal richtig gelacht hast. Oder als ich dich zum ersten Mal abgehalten habe und du dieses Angebot dankbar annahmst. Aufregend war wohl für uns alle dein erstes Bad in der Babybadewanne. Was waren wir froh über die Unterstützung unserer Hebamme. Vor deiner ersten Impfung war ich besorgt und ägnstlich. Wie gut, dass Papa da etwas entspannter und beim Arzttermin dabei war.

 

Seit einigen Wochen habe ich das Gefühl, du lernst in rasendem Tempo Neues. Als ich aus der Küche zurück ins Wohnzimmer kam und du plötzlich strahlend auf deiner Decke auf dem Bauch lagst, hast du auf mich so voller Stolz über deine neue Fertigkeit gewirkt. Deine Hände setzt du mittlerweile viel sicherer ein und greifst dir damit die Dinge, die du genauer untersuchen möchtest. Du liebst es, deine Umgebung und die in ihr vorkommenden Menschen zu beobachten und hast dabei eine beachtliche Ausdauer. Du bleibst bei unserem täglichen Spaziergang immer länger in deiner Trage wach, um die Bäume, Autos und Häuser auf unserem Weg zu betrachten.

 

Wenn Besucher zu uns kommen oder wir mit dir unterwegs sind, dann genießt du die Abwechslung und anderen netten Menschen neben Mama und Papa derzeit sehr.  Mit welch einer Neugierde und Aufgewecktheit du der Welt begegnest, erstaunt mich jeden Tag aufs Neue. Überrascht bin ich übrigens auch immer wieder darüber, wie sehr du kleiner Schatz duftest.

 

Die letzten sechs Monate waren die schönsten, aber auch intensivsten meines bisherigen Lebens. Die ersten Stunden mit dir und deinem Papa nach deiner Geburt nahm ich als magisch war. Ich bin so dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte und wir uns nach dem Kraftakt der Geburt gemeinsam erholen konnten. Keine Sekunde war langweilig, seit du das Licht der Welt erblickt hast. Meine Gefühle sind voller Kraft und immer tiefstes schwarz oder strahlendtes weiß. Es gab viele Stunden voller Glück und Spaß mit dir. Doch gerade in den ersten Wochen nach deiner Geburt war ich auch unsicher, erschöpft, gereizt und besorgt um dich. Je besser wir uns aber kennenlernten, desto schöner wurde unsere gemeinsame Zeit.

 

Ich freue mich riesig auf die nächsten sechs Monate mit dir, kleiner Sonnenschein. Mein Weg als Mama hat gerade erst begonnen und ich bin gespannt, was dieser in nächster Zeit für mich bereithält. Die nächsten Monate werden sicher gefühlt noch schneller vefliegen, als die letzten. Also versuche ich so gut ich kann, jeden Moment zu genießen (ja, in anstrengenden Momenten fällt mir das schwer).

 

Ich liebe dich von ganzem Herzen und bin so glücklich, dass du seit einem halben Jahr mein Leben bereicherst.

 

Deine Mama

     

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Kommentare: 2
  • #1

    Lisa :) (Donnerstag, 11 Mai 2017 07:14)

    Was für ein toller Beitrag! Der Kleine wird super überwältigt und irre stolz sein sobald er das lesen kann! :)

  • #2

    Nadine (Mittwoch, 31 Mai 2017 08:47)

    Liebe jana, vielen dank für diesen berührenden text. Deine worte gehen direkt ins Herz und ich kann mich darin total wiederfinden. Bitte mehr davon:-)